Vor 1938 bestand der örtliche Brandschutz in Frücht aus einer „Pflichtwehr". Alle Männer der Gemeinde hatten im Falle eines Brandes diesen gemeinsam zu bekämpfen. Als Einsatzmittel und Ausrüstung standen ihnen eine Doppelhandpumpe, die von zwölf Feuerwehrleuten bedient wurde, sowie Schläuche, Stahlrohre und anderes zur Verfügung. 1938 wurde dann unter dem damaligen Ortsbürgermeister Willi Elberskirch die Freiwillige Feuerwehr Frücht gegründet.

Der 1. Wehrführer war Hartmann Neuhaus, nach dem Krieg hatte Karl Schmidt bis 1967 das Amt des Wehrführers inne. Von 1967 bis 1973 war Ewald Reifenscheidt Wehrführer, von 1973 bis 1988 hat Walter Bauer die Wehr geführt, von 1988 bis 1998 war Karlheinz Reinig Wehrführer, von 1998 bis 2008 führte Bernd Dietrich die Wehr und von 2008 an führt Uwe Schmidt die Wehr in Frücht.

Die erste Feuerwehrpumpe erhielt die Früchter Wehr etwa 1942, das Nachfolgemodell 1964. Und das erste Feuerwehrfahrzeug, ein TSF, wurde 1974 in Betrieb genommen. 28 Jahre stand dieses Einsatzfahrzeug den Wehrmännern zur Verfügung, bis es 2002 durch das TSFW abgelöst wurde. Kam es früher im Dorf zu größeren Bränden an Scheunen, Ställen oder Wohnhäusern, änderte sich dies im Laufe der Zeit. Heute wird die Wehr vorwiegend zu kleineren Bränden in Innenräumen gerufen. Die Zeit von der Alarmierung bis zum Eintreffen am Einsatzort beträgt etwa acht Minuten. Obendrein ist die Wehr heute durch bessere Ausstattung auch besser gerüstet, um an den Brand entschiedener heranzugehen und ihn zu bekämpfen. Dafür wird regelmäßig geübt (zwei Mal im Monat) anhand verschiedener Szenarien an wechselnden Örtlichkeiten. Wichtig: Damit die Truppe aufeinander eingespielt ist, muss einer dem anderen vertrauen können.

Zur Zeit sind 18 Kameradinnen und Kameraden in der Wehr Frücht aktiv. Die Integration von Frauen vor einigen Jahren in diese Männerwelt war hier keine Frage. Um auch in ca. zehn Jahren, wenn aus Altersgründen eine Anzahl von Wehrmännern ausscheiden, eine „gesunde" Altersstruktur der Wehr aufzuweisen, werden alle drei bis fünf Jahre junge Leute ab 14 Jahren aufgenommen. Einzige Voraussetzung ist: sie sollten Spaß an der Tätigkeit in der Feuerwehr haben.

Neben den monatlichen Übungen stehen das Reinigen und Warten der Hydranten, Entleeren der Gullis, das Einsammeln der Weihnachtsbäume auf dem Programm. Daneben gibt es eine Fülle von gesellschaftlichen Aufgaben: die Karnevalsveranstaltung, Teilnahme am Umwelttag, an der Kirmes, die Organisation der Seniorenweihnachtsfeier, Unterstützung des Bartholomäusmarktes in Ems, Kranzniederlegung und natürlich die Jahresabschlusstour.

Im März 1993 wurde die Gründung eines Förderkreises FFW Frücht beschlossen. Die einzige Aufgabe dieses Vereins ist es, die Freiwillige Feuerwehr Frücht zu unterstützen, speziell bei der Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen.

Für den Feuerwehrmann/frau steht immer an erster Stelle die Kameradschaft. Und getreu den Worten „Gott zu Ehr, dem Nächsten zur Wehr" sollte sich jeder bewusst machen, dass er gegebenenfalls sein Leben für einen Anderen hinzugeben hat.