Wie sich inzwischen herumgesprochen haben dürfte, hat der Verbandsgemeinderat in seiner letzten Sitzung den Antrag der Gemeinde, im Rahmen der 5. Fortschreibung des Flächennutzungsplans im Bereich des Hohen Malbergs eine Vorrangfläche für Windenergieanlagen auszuweisen, abgelehnt. Lediglich in der Gemarkung Kemmenau wurde ein entsprechendes Vorranggebiet ausgewiesen.

Es ist dies ein herber Rückschlag für die Bemühungen der Gemeinde, für Frücht eine Zukunftsperspektive zu erarbeiten. Der Bau der Windenergieanlagen hätte eine solche geboten. Mit Nachdruck war der Standpunkt der breiten Mehrheit des Gemeinderats, die Voraussetzungen für die Errichtung von 3 Windrädern im Bereich des Malbergs zu schaffen, auch vor den Entscheidungsgremien vertreten worden. Letztlich hat sich der Verbandsgemeinderat jedoch über die Früchter Interessen hinweggesetzt, da seiner Meinung nach das Landschaftsbild vor einer wesentlichen Beeinträchtigung bewahrt werden müsse und die Kurfunktion der Stadt Bad Ems nur entwickelt werden könne, wenn die Windkraftanlagen nicht wesentlich die „Kurlandschaft" prägten.

Ich halte diese Begründung nicht für überzeugend. 3 Windräder, die zudem vom Bad Emser Lahntal aus erwiesenermaßen nicht zu sehen sind, hätten keinen Kurgast davon abgehalten, nach Bad Ems zu kommen. Viel wichtiger wäre es gewesen, den Fokus nicht derart eng und ängstlich auf Bad Ems zu legen sondern auch die Entwicklung des Umlandes im Auge zu behalten und zu fördern, denn auch dieses trägt zum Erscheinungsbild einer Kurstadt im weiteren Sinne bei. Entwicklung in diesem Bereich setzt aber eine solide wirtschaftliche Basis voraus, die derzeit jedenfalls in Frücht nicht vorhanden ist und zu deren Schaffung die Windräder beigetragen hätten.

Man wird jetzt abwarten müssen, wie sich die Dinge weiter entwickeln. Da es um vitale Früchter Interessen geht, bin ich mir sicher, dass der Gemeinderat das Thema bei geeigneter Gelegenheit wieder aufgreifen wird.

Dieter Hahn, Ortsbürgermeister